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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Hornissen & Co
- Neues von der Wissenschaft -

 


Wirken sich Hornissen Vespa crabro auf die Häufigkeit von Wespen Vespula sp. aus?
Diese Langzeitstudie des Biologen Josef H. REICHHOLF bestätigt die verbreitete Meinung, dass Wespen dann selten(er) sind, wenn es viele Hornissen gibt - sehr interessant!

Quelle:

www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/Nach...5_0002-0007.pdf

Reichholf, Josef H. 2006. Wirken sich Hornissen Vespa crabro auf die Häufigkeit von Wespen Vespula sp. aus? NachrBl. bayer. Ent. 55 (1(2).


Warum Hornissen noch im Dämmerlicht fliegen können
im Gegensatz zu den kleineren Wespenarten können Hornissen bekanntermaßen auch im Dämmerlicht fliegen und so in mondhellen Sommernächten durcharbeiten. Eine schwedische Forschergruppe um Almut Kerber ist nun der Frage nachgegangen, was die Tiere dazu befähigt. Die Forscher haben in ihrer Studie die optischen und anatomischen Eigenschaften der Komplexaugen und Ocelli der Hornisse (Vespa crabro) mit denen von ausschließlich nachtaktiven Hymenopteren verglichen. Bei letzteren sind die Augen speziell an die nachtaktive Lebensweise adaptiert, während die Forscher bei der Hornisse keine vergleichbaren Anpassungen feststellen konnten. In ihrer Studie kommen sie daher zum Schluss, dass für die Befähigung zum Sehen im Dämmerlicht die Körpergröße der Hornisse eine wichtige Rolle spielt. Die daraus resultierenden größeren Augen ermöglichen nämlich eine höhere Bildauflösung und größere Lichtempfindlichkeit und damit ein besseres Sehvermögen bei schlechten Lichtverhältnissen.

Quelle: Kelber A, Jonsson F, Wallén R, Warrant E, Kornfeldt T, et al. (2011) Hornets Can Fly at Night without Obvious Adaptations of Eyes and Ocelli. PLoS ONE 6(7): e21892. doi:10.1371/journal.pone.0021892

Das Paper ist unter dem folgenden Link verfügbar:
http://www.plosone.org/article/info:doi/10.1371/journal.pone.0021892


Quelle: United States Departmend Of Agricuture

Vespa crabro erstmals auch im zentralamerikanischen Guatemala!

Ein amerikanisches Forschungsteam des USDA (United States Departmend Of Agricuture) hat nun die Hornisse Vespa crabro erstmals auch im zentralamerikanischen Guatemala nachgewiesen.


Quelle: www.ars.usda.gov/research/publications/publications.htm?seq_no_115=251887

Neue Wespenarten:
Von der gleichen Expedition wurde auch eine neue, bisher unbekannte Wespenart entdeckt. Vespula akrei Landolt 2010 wird der vulgaris-Gruppe zugerechnet und ist bisher nur aus dem Sierra de las Minas Gebirgszug im Südosten Guatemalas bekannt.

Außerdem wurde von dem bekannten amerikanischen Taxonomen James M. Carpenter zusammen mit seinem Kollegen T. R. Glare festgestellt, dass es sich bei der nordamerikanischen „Vespula vulgaris“ tatsächlich um eine eigene Art handelt, die nicht – wie bisher angenommen - mit der gleichnamigen paläarktischen Spezies identisch ist. Da ein früheres Synonym verfügbar war, heißt die amerikanische Art seit kurzem nun Vespula alascensis (Packard, 1870).

Paper von Carpenter und Glare als pdf Download:
http://digitallibrary.amnh.org/dspace/bitstream/2246/6074/1/N3690.pdf


Quelle: US-Fachjournal Science

10.03.2004

Orchidee betrügt Wespe

Mit einem Sexlockstoff verführt eine australische Orchideenart Wespenmännchen, um sie für ihre Bestäubung auszubeuten. Die Wespen versuchen, sich mit den Blüten zu paaren und tragen dabei Pollen von einer Orchidee zur anderen. Dies berichten deutsche und australische Forscher im US-Fachjournal Science. Während sich die Orchidee (Chiloglottis trapeziformis) fortpflanzen könne und direkten Nutzen davon habe, gehe die Wespe erst einmal leer aus. Orchideen produzieren keinen Nektar, und die Wespe erhält keine Belohnung. Nachdem, was man zurzeit weiß, betreiben die Orchideen absoluten Sexbetrug, sagt Prof. Wittko Francke vom Institut für Organische Chemie der Universität Hamburg, der an der Studie beteiligt war. Auch andere Orchideenarten produzieren Sexuallockstoffe. Das Besondere bei Chiloglottis trapeziformis sei jedoch, dass der Lockstoff aus nur einer einzigen Substanz bestehe und nur eine bestimmte Wespenart anlocke. Welche Auswirkungen die Täuschung der Wespenmännchen auf die Paarung und Fortpflanzung der Insekten hat, wird noch untersucht.


Quelle: http://www.wissenschaft.de/wissen/news/214544

10.06.2003 - Physik
Forscher: Hornissen besitzen thermoelektrische Wärmepumpe

Aus Sonnenlicht oder chemischen Reaktionen gewonnene Elektrizität ermöglicht Kühlung der Insektenhülle

Israelische Wissenschaftler haben durch Infrarotaufnahmen herausgefunden, dass Teile des Körpers einer Hornisse oftmals kälter als die Umgebungstemperatur sind. Die Forscher spekulieren daher, dass die Insektenhaut eine elektrische Wärmepumpe beinhaltet, die ständig Wärme an die Luft abführt. Die in der Fachwelt noch umstrittene Theorie erklärt somit, wieso Hornissen und Wespen selbst bei Temperaturen von mehr als 60 Grad Celsius noch eifrig umherschwirren können. Die Forscher von der Universität von Tel Aviv schildern ihre Arbeit im Fachblatt Physical Review Letters (Band 90 Artikel 218102).

David Bergman und seine Kollegen haben in ihrer Studie die Temperaturverteilung der Körper von Hornissen während des Flugs mittels einer Infrarotkamera bestimmt. Überraschenderweise stellte sich dabei heraus, dass einige Bereiche der chitinigen Insektenhülle mehrere Grad kälter als die Umgebungstemperatur waren. Da die Insekten keine Schweißdrüsen besitzen und somit nicht auf diesem Wege überschüssige Wärme abgeben können, stellte sich die Frage, wie die Insekten die durch die Flugbewegungen erzeugte Wärme abführen.

Die israelischen Forscher meinen, dass dies durch eine elektrisch betriebene Wärmepumpe geschieht, die in der Insektenhaut eingebettet ist. Betrieben wird diese Pumpe sowohl durch chemische Reaktionen als auch durch Sonnenlicht, so die Wissenschaftler. Genaue Untersuchungen der Insektenhülle haben zudem ergeben, dass diese in der Tat ähnlich aufgebaut ist wie künstlich hergestellte und in kommerziellen Kühlverfahren eingesetzte Wärmeaustauscher.

Das Team um Bergman hätte somit die erste in der Tierwelt vorkommende elektrische Wärmepumpe entdeckt. Einige Physiologen bezweifeln allerdings die Schlussfolgerungen der israelischen Gruppe und sind der Meinung, dass die Hitze vielmehr durch die blutähnliche Hämolymphe abgeführt wird. Bergman will nun in weiteren Experimenten den Wärmestrom durch den Insektenkörper genauer untersuchen und somit seine These erhärten.

Stefan Maier


Die Wasserwaage der Hornissen
Aus Spektrum der Wissenschaft August 2001, Seite 25, Beitragstyp Spektrogramm

Ihr Stich ist nicht schlimmer als der einer Wespe. Die wenig angriffslustigen Hornissen sind also zu Unrecht gefürchtet. Eher verdienen sie Respekt als Baumeister. Denn hinter der papierartigen Hülle ihres imposanten Nestes verbirgt sich ein Etagenbau aus Waben, den sie - so die neueste Erkenntnis - offenbar mit einer Art Wasserwaage austarieren.

Beim Bau einer Zelle fertigt eine Hornisse zuerst das Dach. Dabei wölbt sie konzentrische Ringe, glättet diese von innen und klebt darauf eine Verkleidung aus Partikeln und Fasern. Am Gipfelpunkt lässt sie, wie ein niederländisch-israelisches Team um Ietse Stockroos von der Universität Groningen jetzt berichtet, stets eine kleine Vertiefung. In die setzt sie wie einen Schlussstein einen 0,1 Millimeter großen Kristall des magnetischen Minerals Ilmenit (Eisentitanoxid). Während die Insekten nun Zelle an Zelle fügen, ausnahmslos jede mit einem Kristall, entsteht ein Gitter aus magnetischen Punkten.

Da die Tiere über einen magnetischen Sinn verfügen, könnten sie damit die exakte Anordnung der Wabenzellen laufend überprüfen. (Nature, Bd. 411, S. 654)


Die Larven der Schlupfwespe Copidosoma floridanum zeigen Familiensinn
Aus Fachzeitschrift Nature (Bd.430 S. 676).

Auch bei knappen Nahrungsangebot bekämpfen sich Geschwister nicht gegenseitig. Bislang gingen Verhaltensforscher davon aus, dass die Verwandtschaft weniger zählt, sobald es um das Überleben des einzelnen Individuums geht. Über das disziplinierte Verhalten der Wespen berichten Forscher um Ian Hardy von der Universität von Nottingham in der Fachzeitschrift Nature (Bd.430 S. 676).

Hardy und seine Kollegen erforschten fast zwei Jahre lang das Verhalten der parasitären Wespenart Copidosoma floridanum. Diese legt ihre Eier in die Körper von Raupen. Aus nur einem Ei können sich dabei durch natürliches Klonen bis zu 3.500 Larven entwickeln. Bis auf eine davon, die zur fortpflanzungsfähigen Wespe heranwächst, sind alle anderen Larven steril. Diese Soldatenlarven widmen ihr Leben allein dem Schutz der einzigen Fortpflanzungslarve. Sie greifen jeden Eindringling an, bis sich die Fortpflanzungslarve zur Wespe entwickelt hat und den Wirtskörper verlassen kann.

Die Disziplin der Soldaten ist bewundernswert: Sie attackierten sich auch dann nicht gegenseitig, als die Wissenschaftler sie hungern ließen. Die Aggression der Soldaten richtete sich ausschließlich gegen fremde Eindringlinge oder nicht nah verwandte Artgenossen, schreiben die Forscher. Zu keinem Zeitpunkt stellten die Insekten ihre eigenen Bedürfnisse über das Gemeinwohl. Die Larven erkennen ihre Verwandtschaft zuverlässig an einer chemisch markierten Körpermembran, vermuten die Wissenschaftler. Diese schützt sie auch vor der Immunreaktion ihres Wirtstieres.


Harte Strafen für Hochstapler. Wenn Wespen vorgeben, besser zu sein als sie sind, werden sie von ihren Artgenossen angefeindet.
11.11.2004 - Natur

Bei Wespenweibchen zeigen Flecken im Gesicht an, wer sozial am höchsten steht. Werden diese Statussymbole von sozial niedriger stehenden Tieren jedoch nachgeahmt, hat das für sie unschöne Folgen: Sie werden von den ehrlicheren Wespen bestraft. Damit haben Elizabeth Tibbetts von der Universität von Arizona in Tucson und James Dale gezeigt, warum in der Tierwelt mit optischen Statusmerkmalen so wenig geschummelt wird. Über die Ergebnisse ihrer Studie berichten die beiden Wissenschaftler in Fachmagazin Nature (Bd. 432, 11. November).

Papierwespen (Polistes dominulus) sind sehr soziale Insekten, die ihre Hierarchie mit Kämpfen untereinander festlegen. Die Sieger dieser Kämpfe dürfen mehr Eier legen und müssen weniger arbeiten als die Verlierer. Ein fleckigeres schwarz-gelbes Gesicht macht sie zudem für alle als erfolgreiche Kämpfer erkennbar. Weisen die Verlierer allerdings ähnliche Flecken auf und täuschen so über ihre mangelnden inneren Qualitäten hinweg, werden sie sehr viel öfter und heftiger bekämpft. Diese Art der Bestrafung hat für die Wespen weitreichende Folgen: Sie haben weniger Zeit zu fressen und sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Um die Auswirkung der nicht standesgemäßen Flecken der Wespen zu überprüfen, veränderten die Wissenschaftler die Gesichtsmuster sowohl von siegreichen als auch von sozial niedrig gestellten Wespen zusätzlich mit Farbe. Beim Zusammentreffen der bemalten Wespen kam es zu sehr viel heftigeren Kämpfen, und die siegreichen unbemalten Wespen kämpften immer wieder mit ihren bemalten Artgenossen.

Wahrscheinlich gibt es neben den Flecken im Gesicht noch weitere chemische Signale oder ein bestimmtes Verhalten, die über die wahren Qualitäten der Wespen Aufschluss geben, vermuten die Forscher. Schummeln die Wespen also und senden widersprüchliche Signale über ihre Qualitäten aus, werden sie mit sehr viel aggressiverem Verhalten bestraft. Eine weitere Studie soll jetzt zeigen, ob die Muster im Gesicht der Wespen auch bei anderen sozialen Aspekten eine Rolle spielen.
ddp/bdw – Eva Hörschgen


Staubgroße Insekten bekämpfen schädliche Larven
Manhattan ( pte/21.06.2005 )
Im Supermarkt patrouillierende Miniaturwespen könnten in etlichen Jahren dazu eingesetzt werden, um Nahrungsmittel zu schützen. Was sich wie Science Fiction anhört, ist das Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Agricultural Research Service (ARS). Studienleiter Paul Flinn hat harmlose und praktisch unsichtbare, parasitische Wespen gezüchtet, die gezielt Schädlinge vernichten. Die Ergebnisse der Studie sind auf der Homepage des US-Departments of Agriculture publiziert worden.

Eines der problematischsten und am kostenintensivsten zu bekämpfenden Insekten ist die Indianmeal-Motte, die vor allem in Lagerhäusern vorkommt. Dort befällt sie die lagernden Lebensmittel, infiziert die Produkte mit ihren Larven und frisst sich selbst durch das dickste Verpackungsmaterial. In nur einer Woche kann ein Weibchen bis zu 300 Eier legen.

Derzeit wird dieser Schädling meist mit Chemikalien behandelt. Die US-Forscher wollten jedoch den natürlichen Feind der Motte - eine Wespe, die zur Familie der Trichogramma gehört - zur Bekämpfung nutzen. Dabei entdeckten sie, dass die T. deion-Wespe, die kaum größer als ein Staubkorn ist, die Fähigkeit besitzt, die Motteneier gezielt zu entdecken, sie zu stechen und zu töten. Trichogramma-Wespen werden schon seit Jahrzehnten bei der Schädlingsbekämpfung auf Baumwollplantagen eingesetzt. Die neue Indoor-Nutzung würde einen wesentlichen Fortschritt der Schädlingsbekämpfung bedeuten.


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