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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Orientalische Hornisse
Vespa orientalis orientalis Linnaeus, 1771
engl.: Oriental Hornet


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Die orientalische Hornisse Die orientalische Hornisse Die orientalische Hornisse
 Fotos: Dieter Kosmeier, aufgenommen 1998 auf der Insel Zakynthos (Griechenland)

Die drei obigen Schnappschüsse der Vespa orientalis wurden mit einem 200er Teleobjektiv aufgenommen; daher bitte ich die nicht vermeidbaren Unschärfen in einigen Teilbereichen der Fotos zu entschuldigen.


Diese Hornissenart ist im Mittleren Osten und im südlichen Europa weit verbreitet. Bereits im südlichen Italien ist sie anzutreffen, dort heißt sie Vespa orientale - in Spanien wird sie Avispa oriental genannt. Vespa orientalis wurde kürzlich als dritte Hornissenart in die Neue Welt eingeschleppt. Seit 2006 kommt die Orientalische Hornisse nun auch in Mexiko (Isla Cozumel) vor!

Verbreitung von Vespa orientalis

Vespa orientalis erträgt als einzige Hornissenart trockenes Wüstenklima. Sie nistet sehr häufig im Boden oder besiedelt oftmals auch Höhlungen im Mauerwerk. Zum Ausbau dieser Nistplätze schleppen die Arbeiterinnen sogar größere Steinchen heraus, um Platz für das wachsende Nest zu schaffen. Über dem Nesteingang wird später im Sommer eine Art Haube gebaut, die das Nest vor der Sonneneinstrahlung etwas schützen soll.

Die Art ist etwas kleiner als Vespa crabro. Nach Ishay beträgt die mittlere Körperlänge der Arbeiterinnen 20 mm (18-23 mm). Eine Königin misst ca. 30 mm.

Zur Proteinversorgung ihrer Larven trennt die orientalische Hornisse mit ihren kräftigen Mandibeln gerne kleine Fleischstückchen aus verendeten Tieren heraus; sie geht also im Gegensatz zur einheimischen Art Vespa crabro auch regelmäßig an Aas. Häufig ist sie zusammen mit Schakalen, Geiern und anderen "Resteverwertern" in größerer Anzahl an Kadavern anzutreffen. Als lebende Beute verschmäht sie allerdings auch Grashüpfer, Spinnen, größere Libellen und diverse Insekten nicht.

In den Ländern, wo Vespa orientalis vorkommt, ist sie bei den Imkern nicht sehr beliebt, denn diese Art erbeutet auch sehr gerne Honigbienen - meist sogar direkt am Bienenstand. Regelrecht koordinierte Angriffe ergeben Stückzahlen von 30 erbeuteten Bienen - pro Hornisse und pro Tag. Vespa orientalis gilt in ihrem Verbreitungsgebiet somit als einer der schlimmsten Imkereischädlinge, weil sie nicht nur Bienen am Flugloch abfängt, sondern sogar in geschwächte Völker eindringt und den Honig raubt. Die einheimischen Imker machen sich daher die Eigenschaft zunutze, dass die orientalische Hornisse gerne an Aas geht - sie legen einfach vergiftetes Fleisch aus, an dem die Tiere dann verenden. Manche schaffen es noch bis ins Nest - und verfüttern das Gift weiter an die Larven.

Vespa orientalis; Foto: Götz Lück, aufgenommen in der Osttürkei
Foto: Götz Lück, aufgenommen in der Osttürkei

Nektar als "Flugbenzin" nimmt die orientalische Hornisse bevorzugt an den fast ganzjährig blühenden Süßdorn-Akazien auf. Sie wird dort allerdings im Sommer oft selbst Beute des in diesen Regionen vorkommenden Bienenfressers (ein schwalbenähnlicher, sehr bunter und schöner Vogel, der in Steilwänden große Kolonien gründet). In der "Hauptsaison" zählt die Vespa orientalis zur Hauptnahrungsquelle der Bienenfresser. Orientalische Hornissen werden im Geäst jedoch auch von großen Gottesanbeterinnen gefangen, die durch ihren Panzer vor dem Hornissenstachel recht gut geschützt sind (Fotos von Gottesanbeterinnen finden Sie HIER).

Den Winter überstehen die Jungköniginnen bis zum Frühjahr häufig gemeinsam zu zweit oder zu dritt -  in Felsspalten, Astlöchern oder anderen geeigneten Plätzen. Bei der Nestgründung hingegen werden die Königinnen dann wieder zu erbitterten Rivalinnen, die sich nun in ihrem Revier - wie unsere einheimische Art Vespa crabro - erbittert bekämpfen.


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orientalische Hornisse, Fotos: Kris Mercer, aufgenommen in 09/2002 in Mesa Chorio, Zypern orientalische Hornisse, Fotos: Kris Mercer, aufgenommen in 09/2002 in Mesa Chorio, Zypern
Fotos: Kris Mercer, aufgenommen in 09/2002 in Mesa Chorio, Zypern
 
orientalische Hornisse, Fotos: Kris Mercer, aufgenommen in 09/2002 in Mesa Chorio, Zypern

Auf dem linken Bild nascht eine orientalische Hornisse Kondensmilch; auf dem rechten versucht eine orientalische Hornisse mit einem Stück gekochten Schinken wegzufliegen, doch die Portion ist zu groß! Im unteren Bild haben die Hornissen einen Hamburger entdeckt und tragen Stücke davon.

Erfahrungen von Herrn Götz Lück mit der Vespa orientalis in der Osttürkei:
"Sehr gutmütig! Sticht grundsätzlich nur bei Nestbeschädigung. Die "Gäste" bei Tisch lassen sich verscheuchen ohne aggressiv zu werden, auch bei wiederholtem Schlagen in bedrohlicher Form wird nur mit dem Wegflug reagiert, allerdings auch mit dem schnellen Wiederkommen. In vielen Jahren des Aufenthalts in der Osttürkei und direktem "Zusammenlebens" bin ich nur einmal von nur einer Hornisse gestochen worden, als wir beim Steine sammeln für den Hausbau ein schönes großes Stein-Exemplar, dass noch zum Teil in der Erde steckte herausholen wollten, darunter befand sich das Hornissennest!"

 


lnsekt mit Solarzelle (Quelle: Geo 06/94, Seite 176)
Orientalische Hornissen können Sonnenlicht in Strom umwandeln - und sich damit aufheizen!

Am Morgen nach einer kühlen Nacht haben viele tagaktive Insekten Schwierigkeiten, in Schwung zu kommen. Bevor sie zur Futtersuche starten können, müssen sie ihren Flugapparat erst mit energieraubendem Muskelzittern auf Touren bringen. Weitaus eleganter und sparsamer ist dieses Problem bei der Orientalischen Hornisse Vespa orientalis gelöst: Die im östlichen Mittelmeerraum lebende Wespenart kann Sonnenlicht direkt in Stoffwechselenergie umwandeln. Wie der israelische Physiologe Jacob Ishay von der Universität Tel Aviv herausfand, sind in die Haut der Hornissen organische Halbleiterkristalle eingelagert, die wie Solarzellen funktionieren. (Anm. d. Webmasters: Diese Organe liegen in den gelben Streifen der sonst braunen Cuticula; siehe die Fotos)

Bei Sonnenschein und Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad seien die Tiere auf diese Weise in der Lage, Spannungen von mehreren hundert Millivolt und Stromstärken von einigen Zehnteln Nanoampere zu erzeugen!

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Fotos: Holger Martz, aufgenommen in 09/2001 in Tel Aviv im Stadtteil Raman Aviv, Israel Fotos: Holger Martz, aufgenommen in 09/2001 in Tel Aviv im Stadtteil Raman Aviv, Israel
Fotos: Holger Martz, aufgenommen in 09/2001 in Tel Aviv im Stadtteil Raman Aviv, Israel

orientalische Hornisse bei der Aufnahme von Nektar

Mit der Intensität des Sonnenlichts nimmt auch die Aktivität dieser sozialen Insekten zu und ist um die Mittagszeit am höchsten. Den Solarstrom nutzen die Hornissen sowohl, um Wärme zu produzieren als auch. um ihren Bewegungsapparat oder ihre Stoffwechselprozesse mit Energie zu versorgen. Die gepanzerte äußere Hautschicht dieser Insekten hat aber noch eine weitere erstaunliche Eigenschaft: Mit ihr lässt sich elektrische Energie nicht nur erzeugen, sondern auch speichern.

Mit sechs toten Hornissen, die Ishay und seine Kollegen wie Batterie-Elemente hintereinander geschaltet hatten, konnte immerhin eine Digitaluhr betrieben werden. Ishay ist deshalb überzeugt, dass in einigen Jahrzehnten biologische Solarzellen die photovoltaische Technik revolutionieren könnten.


Ein Kristall in jede Wabe

Nutzen Hornissen magnetisches Mineral als Wasserwaage?

LONDON - Hornissen, die wie Bienen ihren Nachwuchs in Waben großziehen, kleben an das Dach jeder Wabe ein kleines magnetisches Kristall. Das fand Jacob Ishay von der israelischen Tel Aviv-Universität zusammen mit Kollegen heraus.

Die Forscher berichten über ihren Fund im Fachmagazin "Nature" (Vol. 411, S. 654).

Wofür die von ihnen untersuchten Hornissen Vespa orientalis beim Wabenbau die Kristalle nutzen, ist den Forschern jedoch unklar. Sie könnten den Insekten als eine Art Wasserwaage dienen, um die Waben gleich auszurichten, vermuten die Forscher.

Ebenfalls unklar ist, woher die Hornissen die Kristalle haben. Sie bestehen vor allem aus Titan, Eisen und Sauerstoff ähnlich dem Titan-Eisenerz Ilmenit, das auch von Menschen in technischen Anwendungen genutzt wird. Möglicherweise sammeln die Insekten die Kristalle in der Umgebung ein und kleben sie dann mit Speichel an das Wabendach. Denkbar ist aber auch, dass die Hornissen die Kristalle in ihrem Körper herstellen.

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Fotos: Stephan Besche, aufgenommen in der Türkei

orientalische Hornissen an einem Hühnerknochen


Insektenkunde: Beim Nestbau alles im Lot

Damit ihre Waben nicht krumm und schief werden, justieren Hornissen sie mithilfe kleinster Kristalle.

Quelle: GEO MAGAZIN Nr. 11/November 2001 (S. 204)

Die im Mittelmeerraum heimischen Hornissen der Spezies Vespa orientalis sind meisterhafte Architekten: Ihre Nester umfassen bis zu 1000 sechseckige Wabenzellen - jede absolut symmetrisch zueinander und lotgerade nach unten gebaut.

Per Augenmaß wäre eine solche Konstruktion nicht möglich, denn im Innern des Nestes ist es stockdunkel. Tatsächlich orientieren sich die Insekten bei der Errichtung ihrer Bauwerke auch an der Schwerkraft - und zwar mit einem raffinierten Trick: Sie benutzen Kristalle als eine Art Wasserwaage. Die Zusammensetzung der Steinchen ist noch unbekannt, doch ähnelt sie der des magnetischen Metalls Ilmenit.

Wie israelische und niederländische Wissenschaftler jüngst entdeckten, lässt Vespa orientalis beim Nestbau unter dem Scheitelpunkt des gewölbten Daches jeder Wabenzelle eine winzige Mulde frei. Dort verklebt sie mit ihrem Speichel ein Kristallkorn von rund 0,1 Millimeter Durchmesser.

"Zusammen ergeben die Körner in den Zellkammern ein Netz von Fixpunkten, an dem die Hornissen den Bau ihres Nestes offenbar justieren", meint Jacob Ishay von der Tel Aviv University. Er und seine Kollegen von der University of Groningen vermuten, dass die schwereren magnetischen Kristalle bei Berührungen und Erschütterungen anders vibrieren als das übrige, leichte Baumaterial - sodass Tiere die Position der Fixpunkte im Dunkeln "erfühlen" können.

Wie die Hornissen an die Kristallkörner kommen, können die Forscher bislang ebenfalls nur vermuten. Ishay: "Vielleicht sammeln sie das Mineral in der Umgebung des Nestes. Oder aber sie produzieren es selber." Denn in Körpern von Hornissen konnten Spuren von Titan und Eisen nachgewiesen werden.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass alle Staaten bildenden Wespenarten ähnliche Justierungshilfen beim Nestbau benutzen. Ishay: "Erst vor kurzem haben wir auch bei der in Deutschland weit verbreiteten Wespenart Vespula germanica Kristalle in den Zellendächern entdeckt".


Weitere Publikationen von Jacob Ishay ( E-Mail:
physio7@post.tau.ac.il)
  1. E. Rosenzweig, E. Horodiceanu, J.S. Ishay. Regeneration of guinea pig facial nerve: The effect of hypergravity. 17 (6/7): 129-137, 1996.

  2. J.S. Ishay, M. Shmuelson. Thermoelectric properties of the hornet comb: A device for producing transforming and storing electrical energy for the entire colony. Physiol. Chem. & Physics and Medical NMR. 28: 41-54, 1996.

  3. J.S. Ishay, A. Landsberg, S. Pelah. Micromorphology of the fibers behind the frons plate and its adjacent regions in the Oriental hornet (Hymenoptera, Vespinae). Scanning Microscopy 10(1): 187-208, 1996.

  4. J.S. Ishay, L. Litinetsky. Thermoelectric current in hornet cuticle: Morphological and electrical changes induced by temperature and light. Physiol. Chem. & Physics and Medical NMR 28: 55-67, 1996.

  5. O. Goldstein, L. Litinetsky, J.S. Ishay. Extraretinal photoreception in hornets. Phys. Chem. & Physics and Medical NMR. 28: 129-136, 1996.

  6. O. Goldstein, J.S. Ishay. Morphology of a Putative New Peripheral Photoreceptor in Social Wasps. Physiol. Chem. Phys. & Medical NMR. 28(4): 255-266, 1996.

  7. J.S. Ishay, O. Goldstein, E. Rosenzweig, D. Kalicharan, W.L. Jongebloed. Hornet yellow cuticle Microstructure: A photovoltaic system. Phys. Chem. Phys. & Medical NMR, 29:71-93, 1997.

  8. J.S. Ishay, V. Barenholz-Paniry, A. Bitler. On hornet silk as a photodetector: considerations of current, voltage and resistance. Phys. Chem. & Phys. and Medical NMR, 29:95-108, 1997.


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