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- aktualisiert am 31.10.2016 -

Asiatische Riesenhornisse
 oder
Japanische Riesenhornisse
Vespa mandarinia Smith, 1852
engl.: Asian Giant Hornet or Big Hornet


Die Körperlänge dieser imposanten Hornissenart deckt eine Bandbreite von 27- 45 mm ab. Die Königin erscheint mit ihren 5,5 cm fast schon wie ein kleiner Kolibri! Der Stachel ist beachtliche 6,35 mm lang (engl. Quellen geben 0,25 inches an).

Verbreitung:
Südöstlicher Teil des asiatischen Russlands, südliche Regionen von Primorskii Krai, Korea, China, Indochina, Nepal, Indien, Shri Lanka, Thailand, Japan
(in Japan wird sie Ohsuzumebati genannt).

Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama
 Foto: Takehiko Kusama; Fundort: Niigata - Japan

Der Kopf der „Riesenhornisse“ Vespa mandarinia ist komplett orange und mehr breit als lang. Die Antennen ("Fühler") sind ebenfalls orange, die Antennenglieder gehen in ein dunkles Grau-Braun über. Die Facettenaugen und Ocellen sind jeweils dunkelbraun.

Vespa mandarianaVespa mandariana
 Fotos: ikimono@sci.nhk.or.jp

Das Clypeus (Stirnplatte) wiederum ist orange, der hintere Teil davon ist mit schmalen Ausbuchtungen versehen.


Clypeus (Stirnplatte)
 Skizze: Sirinee Poonchaisri

Auffällig sind die überproportional nach hinten vergrößerten Wangen von Vespa mandarinia. Dahinter verbirgt sich eine äußerst gut ausgebildete Kaumuskulatur, die es der Hornisse erlaubt, eine Beutetierklasse zu nutzen, die den anderen Hornissenarten im wesentlichen unzugänglich ist: nämlich große bis mittelgroße Käfer, (insbesondere Cerambycidae und Scarabaeidae). 60-70% der eingebrachten Beute kann bei Vespa mandarinia aus solchen Käfern bestehen, die von dieser Hornisse trotz ihrer harten Panzerung problemlos in handliche Fleischpakete zerlegt werden.

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Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama
 Fotos: Takehiko Kusama; Fundort: Niigata - Japan

Mit fortschreitender Jahreszeit, in Japan meist ab Ende August, wenn solche Käfer spärlicher erbeutet werden und zur Versorgen der wachsenden Kolonie nicht mehr ausreichen, stellt sich Vespa mandarinia auf eine neue Eiweißquelle um. Es kommt dann zu den bekannten koordinierten Massenangriffen auf Bienen-, Wespen- und Hornissenvölker. Diese Besonderheit wird später auf dieser Seite noch näher erläutert!

Die Oberkiefer (Mandibel) sind orange mit schwarzer Zahnung.

Vespa mandariana
 Foto: ikimono@sci.nhk.or.jp

Thorax und Propodeum sind mit zarter goldener Tönung aufgehellt.

Vespa mandariana
 Foto: ikimono@sci.nhk.or.jp

Das vordere Beinpaar ist rötlich-orange mit dunkelbraunen Tarsalgliedern, die mittleren- und Hinterbeine sind dagegen komplett dunkelbraun. Die Flügel sind graubraun, zur Spitze hin immer transparenter werdend. Tegula auch wieder braun.


 Foto: ikimono@sci.nhk.or.jp

Der Hinterleib weist jeweils schmale gelbe Bänder an der hinteren Grenze der Tergite auf. Das 6. Segment dagegen ist als vollkommen rein gelb zu bezeichnen.

Menschen gehören normalerweise natürlich nicht zur Beute der Riesenhornisse, aber diejenigen, die ihren Stachel durch Unachtsamkeit spüren mussten, beschreiben die Schmerzen nach dem Stich als  "entsetzlich". Masato Ono, ein Entomologe der Tamagawa Universität (in der Nähe von Tokio) sagte es sei "wie ein heißer Nagel in meinem Bein".

Vespa mandarinia nistet üblicherweise in Hohlräumen, und zwar vorwiegend unterirdisch. Wenn gelegentlich oberirdische Nistplätze (Baumhöhlen o.ä.) bezogen werden, dann befinden sich diese selten mehr als 1-2 m über dem Boden.

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Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama

Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama Nest der Vespa mandarinia, Foto: Takehiko Kusama
 Fotos: Takehiko Kusama; Fundort: Niigata - Japan


Einzigartig unter Hornissen ist das Jagdverhalten der asiatischen Riesenhornisse.
Sie ist in der Lage, koordinierte Massenangriffe auf Völker kleinerer Wespen- und Hornissenarten und auf Bienenstöcke zu starten. Findet eine Arbeiterin von Vespa mandarinia ein Wespen- oder einen Bienenvolk, so markiert es deren Nest mit einem Sekret aus der Van-der-Vechtschen Drüse. Diese Absonderung bewirkt, dass weitere Exemplare von Vespa mandarinia aus der Umgebung angelockt werden, welche sich anschließend am Angriff beteiligen.

Vespa mandarinia gegen Vespa dybowskii, Foto: Takehiko Kusama
 Foto: Takehiko Kusama; Vespa mandarinia gegen Vespa dybowskii

Aus vorstehend genanntem Grund sind die Riesenhornissen Vespa mandarinia bei den asiatischen Imkern nicht sehr beliebt! Denn wenn das Nest erst einmal markiert ist, werden pro Minute ungefähr 40 Bienen getötet! Das Bienenvolk erleidet somit sehr schnell hohe Verluste. Daher gilt es in japanischen Bienenfarmen als normal, im Herbst als Abwehrmaßnahme spezielle Wespenfallen vor die Bienenstöcke zu montieren.

Es gibt jedoch eine interessante Abwehrstrategie der einheimischen Bienen:
Bienen töten eindringende Hornissen und Wespen, indem sie sie lebendig "backen"!
Während die Bienenstöcke der eingeführten europäischen Honigbiene Apis mellifera diesen Angriffen schutzlos ausgeliefert sind, hat dagegen die einheimische japanische Honigbiene, Apis cerana japonica, eine interessante Verteidigung gegen die räuberischen Hornissen entwickelt! Die japanischen Honigbienen können nämlich die Hornissenabsonderungen ermitteln und nehmen anschließend einzeln ankommende Hornissen gleich in Massen in Angriff!

Wenn sich so ungefähr 500 Bienen auf eine Riesenhornisse gestürzt und sie wie eine feste Kugel umgeben haben, steigt die Temperatur innerhalb des lebenden "Backofens" schnell auf 47º C (117º F) an. Die Bienen erzeugen die Hitze im Inneren des "Bienenballes" aktiv durch Muskelzittern. Die obere thermische Belastungsgrenze  liegt für eine Hornisse bei 44-46 Grad, sie stirbt also bei dieser erzeugten Temperatur sehr schnell ab. Die Bienen dagegen schädigt die Temperatur noch nicht, sie halten 48-50 Grad aus.

Quellen:

  • Heat production by balling in the Japanese honeybee, Apis cerana japonica as a defensive behavior against the hornet (Vespa mandarinia japonica). Publisher: Experientia, 43, 1987; Author: M. Ono, I. Okada & M. Sasaki

  • Unusual thermal defense by a honeybee against mass attack by hornets (Vespa mandarinia japonica). Publisher: Nature, 377, No. 6547, 1995; Author M. Ono, T. Igarashi, E. Ohno & M. Sasaki


Verschiedene Entwicklungsstadien ...

Vespa mandariana - Entwicklungsstadien
 Fotos: Dieter Kosmeier
Vespa mandariana - Entwicklungsstadien

Vespa mandariana - Entwicklungsstadien

Vespa mandariana - Entwicklungsstadien


ALTERNATIV DOPING?

Fit wie eine Hornisse (Bericht aus dem Spiegel vom 30. Oktober 2000)

Ein neuer Energiedrink aus Japan verhilft zu Höhenflügen. Er soll auch zum Marathonsieg der Japanerin Takahashi bei den diesjährigen olympischen Spielen beigetragen haben.

Tokio - Beim olympischen Marathon in Sydney ging sie als Siegerin hervor. Der Grund, warum die Japanerin Naoko Takahashi die rund 42 Kilometer so souverän gemeistert hat, liege schlicht im Genuss von Hornissen-Magensaft * - sagt ein japanischer Wissenschaftler.

Seinen Angaben zufolge hat die Athletin ihre Leistungen mit dem ungewöhnlichen Gebräu gesteigert. Da der 100-prozentig reine Saft nicht zu den als Doping verbotenen Substanzen gezählt wird, soll Takahashi vor und während des Rennens von dem Energiespender getrunken haben.

Wissenschaftler am Institut für physische und chemische Forschung nahe Tokio hatten herausgefunden, dass die rund acht Zentimeter langen Riesenhornissen (Vespa mandarinia) bei der Nahrungssuche etwa die doppelte Entfernung einer Marathonstrecke ohne Probleme abfliegen können. Ähnlich anregend wirke sich der Hornissensaft auch auf den menschlichen Körper aus, hieß es. So habe die Einnahme der Substanz zur Folge, dass die Muskeln langsamer ermüden und die Körperleistung allgemein gestärkt wird.

Während die Olympiasiegerin nationalen Ruhm erlangte, seien die Wissenschaftler froh, dass die Früchte ihrer Forschung durch den Erfolg von Takahashi nun anerkannt würden, sagte ein Institutssprecher. Auch die japanische Molkerei-Firma Meiji Milk Products ist froh: Sie hat den Rohstoff reproduziert und vermarktet ihn jetzt sogar als Energiedrink.


*
Bezüglich des Hornissendopings hat sich Thomas Rickinger genauer informiert und ist auf folgende Seite gestoßen: www.vespapower.com/labstudy.htm (Link in 12/2005 entfernt, da er nun nicht mehr geht!)

Was im Spiegel-Bericht irreführend als "Hornissen-Magensaft" bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit "hornet larval saliva", also der Speichelsaft der Hornissenlarven, welcher den adulten Tiere ja als wichtige Nahrungsquelle (Trophallaxis) dient.

 


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